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Sustainable Development Goals (SDG): 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

ESG & Nachhaltigkeit - Lesezeit: 14 Min

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Die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen stellen einen ehrgeizigen Plan für eine nachhaltige Zukunft dar. Mit insgesamt 17 Zielen decken sie eine breite Palette von Themen ab, von Armutsbekämpfung über Umweltschutz bis hin zur Förderung von Bildung. Diese Ziele bieten uns nicht nur eine klare Vision für eine bessere Zukunft, sondern zeigen auch, dass wir als globale Gemeinschaft gemeinsam etwas bewirken können. Indem wir uns näher mit den einzelnen SDGs befassen, können wir besser verstehen, warum sie von entscheidender Bedeutung für unser aller Wohlstand sind. In unserem Blogartikel werden wir jeden der 17 SDG Ziele genauer betrachten und ihre Auswirkungen sowie ihre Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung erläutern.

Die wichtigsten Fakten zu den SDGs

Die SDG Sustainable Development Goals sind 17 globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Sie sollen bis 2030 eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht fördern.

Sie sollen unter anderem Armut beenden, den Planeten schützen und Wohlstand für alle sichern, ohne dabei künftige Generationen zu gefährden. Nachhaltigkeit wird dabei ganzheitlich verstanden.

Die SDGs richten sich an Staaten, Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen. Besonders Unternehmen sind aufgerufen, ihre Geschäftsstrategien daran auszurichten.

Die SDGs wurden 2015 als Teil der UN-Agenda 2030 verabschiedet und bauen auf den Millenniumszielen auf. Sie verfolgen den Anspruch, weltweit für alle Länder zu gelten.

Unternehmen können die Ziele durch nachhaltige Lieferketten, soziale Verantwortung, Schonung von Ressourcen, transparente Berichterstattung und gezielte SDG-Mapping-Strategien in ihre ESG-Programme integrieren.

Immer mehr Unternehmen verknüpfen ihre Nachhaltigkeitsberichte mit konkreten SDGs. So können sie die Wirkung sichtbar machen und Stakeholdern eine Orientierung bieten.

Die Umsetzung wird anhand von UN-Indikatoren und nationalen Berichten überwacht. Unternehmen nutzen zusätzlich ESG-Kennzahlen und SDG-Mappings zur internen Bewertung.

Über die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Zielen, Maßnahmen und regelmäßigen Fortschrittsberichten des Statistischen Bundesamts.

Kurzfassung der 17 SDGs

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 Ziele, die von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Jahr 2015 festgelegt wurden. Mit ihnen soll eine nachhaltige Entwicklung bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Diese Ziele decken verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit ab und konzentrieren sich auf soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz, wirtschaftlichen Wohlstand, Frieden und globale Partnerschaft.

Die 17 Ziele zielen darauf ab, Armut zu reduzieren, Ungleichheiten zu bekämpfen und den Klimawandel einzudämmen. Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung dieser Ziele, indem sie nachhaltige Praktiken in ihre Geschäftsabläufe integrieren. Durch verantwortungsbewusstes Handeln können sie nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, sondern auch ihr Image und ihre langfristige Geschäftsentwicklung stärken.

Die Vorhaben betonen auch den Schutz der Umwelt und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Individuelles Verhalten wie die Nutzung erneuerbarer Energien oder das Überdenken des Konsumverhaltens kann dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen. Zusätzlich streben die SDGs soziale Gerechtigkeit an und setzen sich für eine Welt ohne Armut, Ungleichheit und Diskriminierung ein. Regierungen haben die Verantwortung, nationale Strategien zur Umsetzung der Ziele zu entwickeln und internationale Partnerschaften aufzubauen.

Die Umsetzung wird durch regelmäßiges Monitoring überprüft. Jedes Land hat die Aufgabe, den eigenen Fortschritt bei der Umsetzung der Ziele zu messen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. In Deutschland erfolgt das Monitoring durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, die langfristige Ziele setzt und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der SDGs festlegt. Die Vorgaben stellen Unternehmen vor Herausforderungen, bieten ihnen aber auch Chancen, sich als Vorreiter einer nachhaltigen Entwicklung zu positionieren und positive Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt zu erzielen.

Die Zusammenarbeit von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft ist entscheidend für den Erfolg dieser Ziele. Die Bedeutung erstreckt sich auf verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Politik. Unternehmen können durch ihre Mitwirkung an der Umsetzung nicht nur ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, sondern auch ihren langfristigen Geschäftserfolg fördern.

Die Sustainable Development Goals und die Agenda 2030

Im September 2015 haben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen 17 Ziele festgelegt, um weltweit nachhaltige Strukturen in den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Diese Ziele, die in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (2030 Agenda for Sustainable Development) verankert sind, werden auch als UN-Nachhaltigkeitsziele oder Sustainable Development Goals (SDGs) bezeichnet.

Sie gelten für alle Länder – unabhängig davon, ob sie Entwicklungs-, Schwellen- oder Industriestaaten sind – und sollen bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Die 17 Hauptziele umfassen 169 Unterziele, die miteinander verknüpft und voneinander abhängig sind. Dabei steht besonders im Fokus, benachteiligte und diskriminierte Bevölkerungsgruppen zu unterstützen, um eine gerechtere, gesündere, friedlichere und sozialere Welt zu schaffen.

Kernbotschaft

Die Sustainable Development Goals berücksichtigen sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit: Soziales, Wirtschaft und Umwelt. Vor diesen Zielen stehen fünf Kernbotschaften als Leitprinzipien:

  • Mensch
  • Planet
  • Wohlstand
  • Frieden
  • globale Partnerschaft

Auf englisch bedeutet das: People, Planet, Prosperity, Peace and Partnership - 5 P's.

Das Ziel der SDG's ist es, dass alle Menschen in einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft leben können, Zugang zu guter Bildung erhalten und die Chance bekommen, einer würdevollen Arbeit nachgehen zu können.

Die Ziele sollen Armut verringern, Ungleichheiten abbauen und den Klimawandel bremsen. Wirtschaftswachstum soll dabei umweltverträglich sein: Ressourcen sollen sparsam genutzt, nachhaltige Landwirtschaft gestärkt und nachhaltiger Konsum gefördert werden. Das übergeordnete Ziel ist eine Welt ohne Armut und Hunger, in der alle Menschen sicher, gerecht und gesund leben können.

Die Regierungen der UN-Mitgliedstaaten sind hauptsächlich für das Erreichen der Ziele verantwortlich. Jedoch ist es auch wichtig, dass die Zivilgesellschaft einen gewissen Teil dazu beiträgt. Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen müssen sich aktiv für die Umsetzung der SDGs engagieren. Nur wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir positive Veränderungen weltweit erreichen.

Damit die 17 Sustainable Development Goals nicht nur ein globales Zielbild bleiben, sondern in Unternehmen konkret umgesetzt und steuerbar werden, braucht es einen Rahmen, der Verantwortung messbar macht. Genau hier setzt ESG (Environmental, Social, Governance) an: ESG übersetzt Themen wie Klima, soziale Standards, Menschenrechte und gute Unternehmensführung in klare Ziele, Kennzahlen und Prozesse – und macht Fortschritte nachvollziehbar für Investoren, Kunden und Stakeholder. Hier mehr über ESG erfahren.

Die 17 SDGs im Detail

Dieses Ziel will die Armut (extreme poverty) stark reduzieren. Laut der 2030-Agenda bedeutet Armut, dass grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt werden können und der Zugang zu den materiellen und immateriellen Grundlagen, die ein menschenwürdiges Leben ausmachen, stark begrenzt ist. SDG 1 ist daher wichtig für alle Nachhaltigkeitsziele und für die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Zu den Zielen gehört unter anderem die Unterstützung besonders armer und schwacher Menschen bei der Anpassung an den Klimawandel sowie ein gleichberechtigter Zugang aller Menschen zu wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen.

Folgendes soll durch Ziel 1 erreicht werden:

  • Bis zum Jahr 2030 soll die extreme Armut (extreme poverty) für alle Menschen weltweit vollständig beseitigt werden.
  • Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der Menschen, unabhängig von Geschlecht und Alter, die in Armut leben, um mindestens die Hälfte reduziert werden.
  • Alle Menschen sollen Zugang zu Sozialschutzsystemen und -maßnahmen haben. Das schließt einen Grundschutz mit ein. Bis zum Jahr 2030 wird angestrebt, eine umfassende Versorgung für Bedürftige und Schwache zu gewährleisten.
  • Bis 2030 soll sichergestellt werden, dass alle Menschen, vor allem benachteiligte Gruppen, die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen haben. Dazu gehören der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sowie zu Land und Eigentum, Erbschaften, natürlichen Ressourcen, moderner Technologie und Finanzdienstleistungen.
  • Außerdem soll die Widerstandsfähigkeit besonders gefährdeter Menschen gestärkt werden. So sinkt ihr Risiko durch extreme Wetterereignisse sowie durch wirtschaftliche, soziale und ökologische Krisen.
  • Es soll sichergestellt werden, dass eine große Menge an Ressourcen aus verschiedenen Quellen mobilisiert wird. Dies kann durch verbesserte Entwicklungszusammenarbeit geschehen, um den Entwicklungsländern und besonders den am wenigsten entwickelten Ländern genügend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese sollen dazu dienen, Richtlinien umzusetzen, die darauf abzielen, Armut zu beenden.
  • Es sollen auf verschiedenen Ebenen - national, regional und international - stabile politische Rahmen geschaffen werden. Diese sollen auf armutsorientierten und geschlechtersensiblen Entwicklungsstrategien basieren, um Investitionen in Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu fördern.

Derzeit leiden schätzungsweise etwas mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit an Mangelernährung. Davon sind etwa 828 Millionen von Hunger und chronischer Unterernährung betroffen. Das Ziel ist es, den Hunger zu beenden und allen Menschen ganzjährig Zugang zu nahrhaften und sicheren Lebensmitteln zu ermöglichen. Ebenso soll gewährleistet werden, dass Erzeuger produktive Ressourcen nutzen können. Aufgrund des Bevölkerungswachstums sollen die Produktivität und der Ertrag durch widerstandsfähigere landwirtschaftliche Methoden gesteigert werden.

Folgendes soll durch Ziel 2 erreicht werden:

  • Eine ständige Versorgung aller Menschen mit genügend Nahrungsmitteln das ganze Jahr über.
  • Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung.
  • Steigerung der Effizienz und des Einkommens von kleinen Landwirten.
  • Die Anwendung von umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken.
  • Bewahrung der genetischen Vielfalt.
  • Investitionen in Landwirtschaft.
  • Handelsbeschränkungen und -verzerrungen ausgleichen und vorbeugen.
  • Sicherstellen, dass die Märkte reibungslos funktionieren.

In zahlreichen Ländern ist eine angemessene Gesundheitsversorgung immer noch keine Selbstverständlichkeit. Jeden Tag sterben nach wie vor etwa 14.000 Kleinkinder, viele davon an Krankheiten wie Infektionen, die heutzutage kostengünstig geheilt oder sogar durch Prävention vollständig vermieden werden könnten.

Neue Pandemien wie Ebola oder Corona und Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz stellen eine Bedrohung für unser Leben dar. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass weltweit etwa 39 Prozent der Bevölkerung keine Krankenversicherung haben. In Entwicklungsländern sind es sogar mehr als 90 Prozent.

Ziel 3 setzt den Schwerpunkt auf die Gesundheit der Weltbevölkerung. Ein wichtiges Teilziel ist, Todesfälle und Krankheiten durch gefährliche Chemikalien sowie durch Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung deutlich zu senken.

Folgendes soll durch Ziel 3 erreicht werden:

  • Reduzierung der Anzahl von vorzeitigen Todesfällen auf 100 (Frauen) bzw. 190 (Männer) pro 100.000 Einwohner bis zum Jahr 2030.
  • Die Raucherquote bei Jugendlichen auf 7 Prozent und bei Erwachsenen auf 19 Prozent bis 2030 reduzieren.
  • Den stetigen Anstieg der Fettleibigkeitsrate bei Jugendlichen und Erwachsenen eindämmen.
  • Reduzierung der Schadstoffemissionen in der Luft bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2005.
  • Den Richtwert für die Feinstaubbelastung zu erreichen, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt wurde. Dabei soll er bis 2030 nicht mehr als 0 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen.

Eine qualitativ hochwertige Ausbildung ist entscheidend für individuelle Chancen. Sie fördert die Bereitschaft zur Veränderung und dient als Basis für Innovationen sowie als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung unseres Planeten. Bildung wird als Menschenrecht betrachtet, denn sie ermöglicht es den Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Lage zu verbessern.

Jedes Kind hat das Recht auf schulische Bildung. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, seine grundlegenden Lernbedürfnisse zu erfüllen, und das ein Leben lang. Das 4. Ziel fordert daher den gleichberechtigten Zugang aller Menschen zu erschwinglicher und hochwertigen Bildung.

Folgendes soll durch Ziel 4 erreicht werden:

  • Eine kostenfreie Grund- und Sekundarschulbildung für Mädchen und Jungen bis zum Jahr 2030.
  • Die Förderung von Bildung soll als zentrales Element der deutschen Entwicklungspolitik weiter gestärkt werden.
  • Zugang zu qualitativ hochwertiger frühkindlicher Bildung, Betreuung und Vorschulbildung sowie zu fachlichen und beruflichen Bildungsangeboten für alle bis zum Jahr 2030.
  • Abbau geschlechtsspezifischer Unterschiede im Bildungsbereich.
  • Alle jungen Menschen sowie viele erwachsene Personen, die nicht lesen und schreiben können, sollen die Möglichkeit haben, ihre Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten zu erlernen.
  • Förderung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.
  • Bildungseinrichtungen, die für Kinder, Menschen mit Behinderungen und verschiedene Geschlechter gleichermaßen zugänglich sind.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein grundlegendes Menschenrecht, das weltweit gelten sollte. Leider erfahren Frauen und Mädchen in vielen Teilen der Welt immer noch Ungerechtigkeiten. Vor allem beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Berufschancen und im Alltag. Das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter ist es, jegliche Formen von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden.

Der Zugang zu wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen soll unabhängig vom Geschlecht gewährleistet werden. Es wird auch die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an Führungspositionen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen gefordert.

Folgendes soll durch Ziel 5 erreicht werden:

  • Bis zum Jahr 2030 ist das Ziel, sämtliche Arten von Benachteiligungen gegenüber Frauen und Mädchen weltweit zu beenden.
  • Es soll ein Ende gesetzt werden, jeglicher Art von Gewalt und Ausbeutung gegen Frauen und Mädchen.
  • Es wird angestrebt, Kinderheirat, Früh- und Zwangsverheiratung sowie weibliche Genitalverstümmelung zu beenden.
  • Es soll eine Wertschätzung für die unbezahlte Pflege- und Hausarbeit geschaffen werden.
  • Frauen sollen die gleichen Rechte haben, um aktiv am politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
  • Frauen und Mädchen sollten uneingeschränkten Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie den entsprechenden Rechten haben.
  • Frauen und Mädchen sollen gleichermaßen das Recht auf Land, Eigentum und finanzielle Dienstleistungen haben.
  • Die Förderung der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien soll dazu beitragen, die Selbstbestimmung von Frauen zu stärken.
  • Es sollen Gesetze und Regelungen erlassen werden, die die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter zum Ziel haben.

Wasser ist lebensnotwendig für alles Leben auf der Erde. Es wird in Haushalten, der Landwirtschaft und Industrie benötigt. Leider haben rund zwei Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Hälfte der Weltbevölkerung muss ohne angemessene sanitäre Einrichtungen auskommen.

Das sechste Ziel der Nachhaltigkeitsagenda 2030 ist das erste internationale Ziel, das sowohl den Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung als auch den Gewässerschutz berücksichtigt. Hierbei werden die langfristige Verfügbarkeit von Wasser, die effiziente Nutzung von Wasser und die Förderung eines nachhaltigen Wassermanagements in den Fokus gerückt. SDG 6 verbindet somit entwicklungspolitische Aspekte mit umweltrelevanten Herausforderungen.

Folgendes soll durch Ziel 6 erreicht werden:

  • Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sauberes und kostengünstiges Trinkwasser zu erhalten.
  • Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, eine angemessene und gerechte Versorgung mit Sanitäreinrichtungen sowie Hygiene zu erhalten.
  • Die Qualität des Wassers soll global verbessert werden, indem es aufbereitet und sicher wiederverwendet wird.
  • Es ist geplant, die Effizienz der Wassernutzung in sämtlichen Bereichen deutlich zu erhöhen.
  • Es wird angestrebt, eine ganzheitliche Bewirtschaftung der Wasserressourcen auf sämtlichen Ebenen umzusetzen.
  • Es ist wichtig, die Wasserökosysteme zu schützen und zu revitalisieren.

Energie ist von entscheidender Bedeutung für den Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft. Saubere Energiequellen spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der Umwelt und des Klimas. Dennoch wird der Großteil der weltweit erzeugten Energie noch immer aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Das Ziel soll bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden, damit alle Menschen Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher und vor allem nachhaltiger Energie haben.

Der Anteil erneuerbarer Energien soll weltweit steigen. Außerdem soll sich die Energieeffizienz doppelt so schnell verbessern wie bisher. Länder des globalen Südens sollen dabei unterstützt werden, ihre Energieversorgung auszubauen und neue Energietechnologien zu entwickeln.

Folgendes soll durch Ziel 7 erreicht werden:

  • Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, erschwingliche, zuverlässige und zeitgemäße Energiequellen nutzen zu können.
  • Es ist geplant, den Anteil der erneuerbaren Energien im weltweiten Energiemix zu steigern.
  • Es wird angestrebt, die globale Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln.
  • Außerdem soll die internationale Zusammenarbeit gestärkt werden. So sollen mehr Länder leichter Zugang zu Forschung und Technologie bekommen, etwa zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und sauberen Technologien für fossile Brennstoffe. Ziel ist es, Investitionen in saubere Energie zu fördern.
  • Die Energie-Infrastruktur in Entwicklungsländern soll ausgebaut und modernisiert werden. So sollen alle Menschen Zugang zu modernen und nachhaltigen Energiedienstleistungen bekommen.

SDG 8 befasst sich mit der ökonomischen Seite der nachhaltigen Entwicklung und zielt darauf ab, eine zukunftsfähige Wirtschaft zu schaffen, die für gesellschaftlichen Wohlstand sorgt und an dem alle Menschen teilhaben können. Durch technologische Innovationen soll bis zum Jahr 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion verbessert werden. Dies ermöglicht es, das Wirtschaftswachstum von Umweltbelastungen zu entkoppeln.

Die reichen Länder des globalen Nordens sollen sich im nächsten Jahrzehnt stark machen, um verantwortungsvoller mit ihrem Konsum und ihren Produkten umzugehen. Das bedeutet auch, dass sie sich um einen nachhaltigeren Tourismus kümmern sollen. Ein solcher Tourismus soll nicht nur dazu beitragen, dass die lokale Wirtschaft und Arbeitsplätze gestärkt werden, sondern auch die kulturelle Vielfalt unterstützen.

Folgendes soll durch Ziel 8 erreicht werden:

  • Die Wirtschaft in ärmeren Ländern soll jährlich um mindestens sieben Prozent wachsen.
  • Eine Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz und eine verstärkte Einbindung von Frauen in das Wirtschaftsleben.
  • Erweiterte Möglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere solche unter weiblicher Führung, um Finanzdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
  • Verbesserung der Kompetenz heimischer Finanzinstitute.
  • Die wirtschaftliche Leistung und den Wohlstand von der Nutzung natürlicher Ressourcen trennen.
  • Erreichen einer würdevollen Arbeit und Vollbeschäftigung für jeden einzelnen.
  • Zwangsarbeit und Menschenhandel abschaffen.
  • Bis zum Jahr 2025 soll Kinderarbeit vollständig beendet werden.
  • Nachhaltiger Tourismus soll stärker gefördert werden.

Dieses Ziel für Nachhaltigkeit setzt sich dafür ein, dass nachhaltige und widerstandsfähige Infrastrukturen geschaffen werden. Ebenso richtet es sich an Branchen, die umweltverträgliche Verfahren einführen, Ressourcen effizient nutzen, saubere Technologien verwenden oder sogar selbst entwickeln. SDG 9 fordert daher eine Steigerung der wissenschaftlichen Forschung und die Förderung von Innovationen (economic growth).

Folgendes soll durch Ziel 9 erreicht werden:

  • Eine stabile und zuverlässige Infrastruktur schaffen, die sowohl regional als auch grenzüberschreitend ist. So soll das wirtschaftliche Wachstum und das Wohlergehen der Menschen gefördert werden. Dabei soll ein bezahlbarer und gerechter Zugang für alle im Mittelpunkt stehen.
  • Eine umfassende und langfristige Förderung der Industrialisierung vorantreiben, um bis zum Jahr 2030 den Anteil der Industrie an Beschäftigung und Wirtschaftsleistung deutlich zu erhöhen. Dabei soll der Anteil in den am wenigsten entwickelten Ländern verdoppelt werden.
  • Vor allem in Entwicklungsländern soll der Zugang von kleinen Industrie- und anderen Unternehmen zu Finanzdienstleistungen, wie erschwinglichen Krediten, verbessert werden. Zudem sollen sie stärker in Wertschöpfungsketten und Märkte integriert werden.
  • Bis zum Jahr 2030 soll die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht und die Industrie umgerüstet werden, um sie nachhaltiger zu gestalten. Dabei sollen effizientere Ressourcen genutzt, saubere und umweltverträgliche Technologien sowie Produktionsprozesse eingesetzt werden. Jedes Land soll entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten Maßnahmen ergreifen.
  • Die wissenschaftliche Forschung vorantreiben und die technologischen Fähigkeiten der Industriebranchen in allen Ländern, besonders in den Entwicklungsländern, stärken. Bis 2030 sollen Innovationen gefördert werden sowie die Anzahl der Personen, die im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten, pro 1 Million Einwohner erhöht werden. Ebenso sollen sowohl öffentliche als auch private Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich gesteigert werden.

Das Ziel von SDG 10 ist es, die Gleichberechtigung beim Wohlstand und der Verteilung des Einkommens zu fördern. Jeder Mensch soll unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Ethnizität, Herkunft oder Religion gleiche Chancen erhalten.

Folgendes soll durch Ziel 10 erreicht werden:

  • Das Ziel ist es, dass das Einkommen der unteren 40 Prozent der Bevölkerung bis zum Jahr 2030 schneller steigt als der Durchschnitt im Land.
  • Jeder Mensch sollte die gleichen Chancen haben, unabhängig von seinem Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, ethnischer Herkunft, Religion, Nationalität oder sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen.
  • Diskriminierende Gesetze und politische Maßnahmen sollten vollständig beseitigt werden.
  • Ungerechtigkeiten lassen sich noch effektiver durch eine Sozialpolitik, Lohn- und Steuerpolitik bekämpfen, die auf Armutsbekämpfung ausgerichtet ist.
  • Eine verstärkte Beteiligung von Entwicklungsländern in globalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen ist erforderlich.
  • Strukturierte, sichere, verantwortungsbewusste und geordnete Migration und Mobilität.

Mit diesen Ziel soll sichergestellt werden, dass Städte umweltfreundlicher gestaltet werden. Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie Städte entwickelt und der Verkehr organisiert wird, nachhaltiger sein soll. Die Umweltbelastung in Städten soll reduziert werden.

Zudem sollte jeder Zugang zu Grünflächen, öffentlichen Räumen und umweltfreundlichen Verkehrsmitteln haben. Daher ist es wichtig, dass mehr Städte Programme einführen, die darauf abzielen, effizienter mit Ressourcen umzugehen, den Klimawandel anzugehen und sich auf Notfälle vorzubereiten.

Außerdem ist es wichtig, dass Städte und ländliche Gebiete besser miteinander verbunden sind. Durch eine durchdachte Entwicklungsplanung kann sichergestellt werden, dass städtische und ländliche Gebiete wirtschaftlich, sozial und ökologisch voneinander profitieren.

Folgendes soll durch Ziel 11 erreicht werden:

  • Jeder Mensch sollte das Recht auf angemessenen Wohnraum und eine Grundversorgung haben.
  • Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, auf sichere, erschwingliche und umweltfreundliche Verkehrssysteme zuzugreifen.
  • Eine fördernde und langfristige Stadtentwicklung soll weiter ausgebaut werden.
  • Es wird angestrebt, das Weltkultur- und Naturerbe besser zu bewahren.
  • Es wird angestrebt, die Anzahl der von Katastrophen betroffenen Personen zu verringern.
  • Die Zuständigkeiten der Kommunen im Bereich des Katastrophenschutzes sollen erweitert werden.
  • Die Reduzierung der Umweltbelastung durch Städte soll vor allem in den Bereichen Luftqualität und Abfallbehandlung verbessert werden.
  • Es soll sichergestellt werden, dass alle Menschen Zugang zu sicheren Grünflächen und öffentlichen Plätzen haben.

Die Zielsetzung von SDG 12 besteht darin, unsere Lebensweise und Wirtschaftsweise zu verändern. Es ist wichtig, dass Konsum und Produktion im Einklang mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten stehen. Dazu müssen Konsum- und Produktionsaktivitäten deutlich weniger Ressourcen verbrauchen und Treibhausgase ausstoßen.

SDG 12 betrifft sowohl unseren individuellen Verbrauch als auch die Umgestaltung der Grundlagen unserer Produktion. Dabei spielen Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Lieferketten sowie die Reduzierung und umweltfreundliche Entsorgung von Abfällen eine wichtige Rolle. Zudem soll die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 halbiert werden.

Folgendes soll durch Ziel 12 erreicht werden:

  • Es ist wichtig, die natürlichen Ressourcen nachhaltig und effizient zu verwenden.
  • Abfälle sollten vermieden oder wiederverwertet werden, während gefährliche Abfälle sicher entsorgt werden müssen.
  • Die Menge an verschwendeten Lebensmitteln soll reduziert werden.
  • Unternehmen sollen dazu ermutigt werden, ihre sozialen und ökologischen Risiken zu minimieren.
  • Konsumenten sollen umfassender über nachhaltiges Einkaufen informiert werden.
  • Behörden sollen bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen nachhaltige Produkte bevorzugen.
  • Es wird angestrebt, die Verwendung von Chemikalien umweltfreundlicher zu gestalten.

Das Ziel 13 beinhaltet sowohl Maßnahmen zum Klimaschutz als auch konkrete Schritte zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Dies umfasst nicht nur die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, sondern auch Aufklärung, Sensibilisierung und den Aufbau von Kapazitäten für die Anpassung an klimatische Veränderungen. Dafür sollen Maßnahmen zum Schutz des Klimas in alle nationalen politischen Strategien und Planungen einbezogen werden. Die Bundesregierung fordert zudem, die internationalen Finanzmittel für den Klimaschutz zu verdoppeln - insbesondere zugunsten der Länder des globalen Südens.

Folgendes soll durch Ziel 13 erreicht werden:

  • Das Ziel ist es, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine globale Treibhausgas-Neutralität zu erreichen.
  • Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für den Klimaschutz in Schwellen- und Entwicklungsländern.
  • Die Chance nutzen, den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie für umweltfreundliche Maßnahmen zu nutzen.
  • Sicherstellen, dass internationale Finanzinstitutionen mit den Klimazielen von Paris vereinbar sind.
  • Den Privatsektor aktivieren, um den weltweiten Klimaschutz voranzutreiben.
  • Unterstützung von 50 Schwellen- und Entwicklungsländern bis zum Jahr 2025 bei der Festlegung und Realisierung ehrgeiziger Klimaziele.
  • Bis zum Jahr 2025 sollen 500 Millionen arme und schutzbedürftige Menschen vor den Risiken des Klimawandels geschützt werden.
  • Mobilisierung von persönlichem Einsatz für Umweltschutz und langfristige Entwicklung in den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten.

Die Weltmeere bedecken über 70 Prozent der Erde und sind entscheidend für das ökologische Gleichgewicht. Sie dienen als wichtige Energie- und Nahrungsquelle für viele Menschen und spielen eine zentrale Rolle bei der Ernährungssicherung. Die Ozeane regulieren das Klima, produzieren Sauerstoff und speichern CO₂. Mit ihrer biologischen Vielfalt tragen sie zur Erhaltung des Lebens auf der Erde bei.

Obwohl viele Menschen ihren Proteinbedarf durch Fisch decken, sind immer noch ein Drittel der Fischbestände überfischt. Besonders Küstenbewohner leiden darunter. Es ist wichtig, nachhaltige Fischereipraktiken zu fördern, um die Meeresressourcen langfristig zu schützen.

Dieses Ziel fordert dazu auf, die Verschmutzung der Ozeane und Meere, besonders durch Nährstoffe und Abfälle, stark zu reduzieren. Dazu gehören Maßnahmen wie die Verminderung der Versauerung, eine nachhaltige Nutzung der Küstenökosysteme und Fischbestände sowie die Schaffung von Schutzgebieten im Meer. Es ist auch wichtig, mehr über die Meere zu lernen und das Seerechtsübereinkommen als rechtliche Grundlage für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere anzuerkennen.

Folgendes soll durch Ziel 14 erreicht werden:

  • Es wird angestrebt, die Verschmutzung der Meere durch Plastik deutlich zu reduzieren.
  • Es ist wichtig, die Meeres- und Küstenökosysteme gesund zu halten und ihre Vielfalt bewahren. Daher sollten sie nachhaltig verwaltet, geschützt und bei Bedarf wiederhergestellt werden.
  • Es wird angestrebt, die Versauerung der Ozeane so weit wie möglich zu verringern.
  • Fischbestände sollen nachhaltig genutzt werden. Dafür müssen Überfischung sowie illegale und unregulierte Fischerei gestoppt werden. Außerdem sollen schädliche Fangmethoden eingeschränkt werden.
  • Es ist geplant, dass mindestens 10 Prozent der Ozeane als Meeresschutzgebiete definiert und effizienter verwaltet werden.
  • Es soll keine finanziellen Förderungen mehr geben, die zu zu großen Fangkapazitäten führen oder illegale, unregulierte bzw. nicht gemeldete Fischerei unterstützen.
  • Vor allem kleine Inselstaaten und die am wenigsten entwickelten Länder sollen mehr wirtschaftlich profitieren – durch eine nachhaltige Nutzung von Meeren und Küsten.
  • Wir müssen mehr Wissen durch Forschung gewinnen und die Forschungskapazitäten ausbauen. So kann der Technologietransfer besser gelingen.

Ziel des SDG 15 ist es, Ökosysteme auf nationaler und internationaler Ebene umfassend zu schützen, wiederherzustellen und nachhaltig zu nutzen. Dazu gehören Land und Binnengewässer, Wälder und Boden. Außerdem soll der Verlust an biologischer Vielfalt gestoppt werden sowie bedrohte Arten geschützt werden.

Folgendes soll durch Ziel 15 erreicht werden:

  • Die Bewahrung, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung intakter Landökosysteme und ihrer Leistungen stehen im Mittelpunkt.
  • Eine Abnahme der Qualität natürlicher Lebensräume sowie ein Rückgang der Artenvielfalt führen zu einer Verringerung.
  • Umweltfreundliche Gesetze konsequent durchsetzen.
  • Stoppen der Abholzung und nachhaltige Bewirtschaftung sowie Wiederherstellung von Wäldern.
  • Die Wüstenbildung zu stoppen und geschädigte Flächen und Böden wiederherzustellen, sind wichtige Schritte zum Schutz der Umwelt.
  • Beenden von Wilderei und illegalen Handel mit geschützten Arten
  • Ökosystem- und Biodiversitätswerte in Planung, Strategien und Rechnungssysteme einbeziehen

Eine nachhaltige Entwicklung hängt eng mit Frieden und Gerechtigkeit zusammen. Frieden ist eine der wichtigsten Säulen der Agenda 2030 für weltweite Nachhaltigkeit. Das Ziel besteht darin, Gesellschaften zu fördern, die friedlich, rechtsstaatlich und inklusiv sind. Dazu gehört auch die Schaffung von starken, transparenten Institutionen und politischen Entscheidungsprozessen.

Es ist wichtig, dass diese Einrichtungen bedarfsorientiert, inklusiv und repräsentativ sind. Ebenso muss der öffentliche Zugang zu Informationen gewährleistet sein.

Folgendes soll durch Ziel 16 erreicht werden:

  • Verringerung von allen Formen der Gewalt und die gewaltbedingte Sterblichkeit.
  • Beenden von Missbrauch, Ausbeutung von Kindern und alle Formen von Gewalt gegen Kinder.
  • Die Förderung der Rechtsstaatlichkeit sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene und die Gewährleistung eines gleichberechtigten Zugangs aller Bürger zur Justiz stehen im Fokus.
  • Reduzierung von illegalen Finanz- und Waffenströmen sowie organisierte Kriminalität.
  • Die Reduzierung von Korruption und Bestechung in jeglicher Ausprägung ist von großer Bedeutung.
  • Sicherstellen, dass Entscheidungen auf allen Ebenen bedarfsgerecht, inklusiv und mit Beteiligung aller getroffen werden.
  • Sicherstellen, dass Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich sind und die Grundrechte schützen.

Das SDG 17 konzentriert sich auf die Zusammenarbeit zwischen Staaten. Insbesondere sollen die Länder des globalen Nordens den Ländern des globalen Südens dabei helfen, um ihre Kapazitäten für eine nachhaltige Entwicklung aufzubauen. Das soll geschehen, indem sie zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen und Investitionsförderungssysteme einführen. Damit wird direkt auf eine der fünf Hauptbotschaften aus der Präambel der 2030-Agenda eingegangen: Partnerschaft.

Das Prinzip "keinen zurücklassen" (leave no one behind, LNOB) betont die gemeinsame Verantwortung, alle Menschen auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung einzubeziehen. Es dient als Leitprinzip für die Bewältigung der globalen Herausforderungen gemäß der Agenda 2030 und als Richtlinie für internationale Partnerschaften.

LNOB (Leave No One Behind) bedeutet, dass niemand vergessen wird, besonders nicht die Armen und am stärksten Benachteiligten. Es geht darum, sicherzustellen, dass alle die gleichen Chancen haben, sich sozial, wirtschaftlich und politisch zu beteiligen. Eine Gesellschaft, in der jeder willkommen ist, und eine faire Ordnung weltweit sind wichtig für langfristigen Frieden und nachhaltige Entwicklung.

Folgendes soll durch Ziel 17 erreicht werden:

  • Weltweite Probleme erfordern internationale und gemeinsame Bemühungen.
  • Das globale System – Finanzwesen, Welthandel, Wissen und Technologie – soll so gestaltet sein, dass alle Menschen weltweit fairen Zugang haben und gleichermaßen davon profitieren.
  • Es ist wichtig, dass Entwicklungsländer in der Lage sind, ihre Entwicklungsziele mit eigenen finanziellen Mitteln zu erreichen und eigenständig Fortschritte verfolgen können. Es sollte angestrebt werden, dass die öffentlichen Ausgaben dieser Länder nachhaltig ausgerichtet sind.
  • Es wird von allen Geberländern erwartet, dass sie 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für ärmere Länder zur Verfügung stellen.
  • Alle Mitglieder der Gesellschaft - sei es die Wirtschaft, die Wissenschaft, die organisierte Zivilgesellschaft oder Kommunen - sind dazu aufgerufen, ihren Teil dazu beizutragen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
  • Migranten spielen eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft. Es ist wichtig, dass sie keine überhöhten Gebühren zahlen müssen, um Geld an ihre Familien in ihren Heimatländern zu senden.
  • Es sollte angestrebt werden, Kooperationen mit privaten Firmen aktiv zu unterstützen und voranzutreiben.
  • Länder und Kommunen sollen helfen, die Nachhaltigkeitsziele im eigenen Land umzusetzen. Gleichzeitig sollen sie international Verantwortung übernehmen – zum Beispiel durch Wissensaustausch, Partnerschaften und Öffentlichkeitsarbeit.

Bedeutung der Nachhaltigkeitsziele für verschiedene Bereiche

Wirtschaft:

Die Umsetzung der Sustainable Development Goals ist wichtig, um eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, die allen Menschen zugute kommt. Dabei spielen Unternehmen eine zentrale Rolle. Sie sind dazu aufgefordert, nachhaltige Praktiken und Handlungsweisen in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren um so aktiv zur Erreichung der Bestrebungen beizutragen. Die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft bedeutet dabei nicht nur ökonomisches Wachstum, sondern fokussiert sich auch auf Gerechtigkeit und Umweltschutz. 

Indem Unternehmen verantwortungsbewusst handeln und ihre Geschäftspraktiken nach den Zielen ausrichten, können sie einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten. Dies schafft einen langfristigen Mehrwert für die Gesellschaft und stärkt gleichzeitig das Image des Unternehmens.

Es ist wichtig, dass Unternehmen ihr Handeln überdenken und gezielt Maßnahmen ergreifen, um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Dafür muss auch ein Umdenken in Bezug auf den Verbrauch von Ressourcen, Arbeitsbedingungen und dem Umgang mit sozialen Herausforderungen wie Armut oder Ungleichheit stattfinden. Wenn Unternehmen die SDGs in ihre Geschäftsstrategien einbinden, tragen sie nicht nur dazu bei, globale Probleme zu beheben, sie gelten auch als Vorreiter einer neuen Form des Wirtschaftens. 

Umwelt:

Ein wichtiger Teil der SDGs ist es, die Umwelt zu schützen und natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Durch Maßnahmen wie den Schutz des Klimas und der Ökosysteme können Umweltschäden und Umweltverschmutzung verringert und das Gleichgewicht in der Natur bewahrt werden. Wenn wir erneuerbare Energien nutzen, weniger Abfall produzieren und unsere Konsumgewohnheiten überdenken, können wir alle dazu beitragen, das Vorhaben zu erreichen. Jeder einzelne kann durch sein Verhalten dazu beitragen, die Umwelt zu schützen und den kommenden Generationen eine intakte Natur zu hinterlassen.

Soziales:

Die SDGs setzen sich auch für soziale Gerechtigkeit ein und streben nach einer Welt ohne Armut, Ungleichheit und Diskriminierung. Ziel ist es, das Wohlergehen aller Menschen zu verbessern und Chancengleichheit zu fördern. Es ist wichtig, dass sich die Gesellschaft kollektiv für die Erreichung dieser Ziele einsetzt.

Um sicherzustellen, dass jeder sein Bestes geben kann, muss solidarisch gehandelt und sich für eine gerechtere Welt eingesetzt werden. Das bedeutet, dass gegen Armut gekämpft, Bildung für alle zugänglich gemacht und jegliche Form von Diskriminierung bekämpft werden muss. Auf diese Weise kann eine bessere Zukunft für kommende Generationen geschaffen und den sozialen Zusammenhalt gestärkt werden.

Politik:

Die SDGs dienen als Leitlinien für politische Entscheidungsträger weltweit. Regierungen haben dabei die Verantwortung, konkrete nationale Strategien zu entwickeln, um sicherzustellen, dass die Ziele bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Dies erfordert einen koordinierten Ansatz auf nationaler Ebene sowie starke internationale Partnerschaften.

Es ist wichtig, dass Regierungen verschiedene Maßnahmen ergreifen, um die SDGs schneller zu erreichen. Durch spezielle Programme und Investitionen können positive Veränderungen bewirkt werden. Dabei sind vor allem globale Partnerschaften besonders wichtig. Denn nur so können Länder mit weniger Ressourcen oder schwacher Infrastruktur gemeinsam unterstützt werden. 

Hintergrund

Herausforderungen und Chancen der SDG Ziele

Die Sustainable Development Goals stellen Unternehmen sowohl vor Herausforderungen als auch vor Chancen. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bilden eine komplexe Agenda, die eine grundlegende Umgestaltung von Geschäftsmodellen erfordert. Die Herausforderung besteht darin, die SDGs in die Unternehmensstrategie zu integrieren, klare und messbare Ziele zu setzen und einen ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen Entwicklung zu verfolgen.

Jedoch bieten sie auch eine bedeutende Chance für Unternehmen. Indem sie sich aktiv für eine nachhaltigere Welt einsetzen, können sie dazu beitragen, gesellschaftliche und ökologische Probleme anzugehen. Gleichzeitig können sie durch ihr Engagement ihr Image und das eigene Geschäft stärken. Durch die Integration in die Geschäftsstrategie, können Unternehmen Wettbewerbsvorteile erlangen, Innovationen fördern und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Umwelt und Gesellschaft ausüben.

Die Entstehung der SDG Ziele

Die UN-Mitgliedsstaaten einigten sich im Juli 2015 auf die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Sustainable Development Goals sind Teil von diesem Entwurf und gelten als Fortsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs), die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden und bisher nicht erreicht werden konnten. Die MDGs konzentrierten sich hauptsächlich auf die Bekämpfung von Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern bis zum Jahr 2015.

Die Entstehung der SDG Ziele begann mit dem Rio+20-Gipfel im Jahr 2012 in Rio de Janeiro, Brasilien. Auf diesem Gipfel beschlossen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, einen Prozess zur Entwicklung einer neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung einzuleiten, die über das Jahr 2015 hinausgehen würde. Diese Agenda sollte die Erfolge der Millennium Development Goals (MDGs) weiterführen und gleichzeitig eine umfassendere Herangehensweise an die globalen Entwicklungsziele ermöglichen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Einrichtung einer Open Working Group (OWG) im Jahr 2013 durch die UN-Generalversammlung. Diese Arbeitsgruppe bestand aus 30 Mitgliedstaaten und wurde damit beauftragt, einen Vorschlag für die SDGs zu erarbeiten. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren arbeitete die OWG an einem Entwurf, der in ihre Empfehlungen und Vorschläge einfloss.

Die Diskussionen über die endgültigen SDGs begannen 2014 und dauerten bis zur Verabschiedung der Agenda 2030 im September 2015 an. Die Agenda umfasst insgesamt 17 Ziele und 169 spezifische Ziele. Diese Ziele behandeln eine Vielzahl von Themen wie Armut, Hunger, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergleichstellung, sauberes Wasser, erschwingliche und saubere Energie, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz und mehr.

Die SDGs sind eine gemeinsame Agenda für alle Länder, unabhängig vom Entwicklungsstand. Sie sollen bis 2030 erreicht werden. Dafür braucht es enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft, Unternehmen und weiteren Akteuren, national, regional und weltweit.

Monitoring und Messung der Ziele

Neben der Definition der Sustainable Development Goals SDGs legt die Agenda 2023 ebenfalls fest, dass alle Staaten regelmäßig den Fortschritt der Umsetzung überprüfen sollten. Das Monitoring ist das zentrale Instrument, um die Nachhaltigkeitspolitik nachzuverfolgen und den Fortschritt der SDG’s nachzuvollziehen. Um die Ziele zu messen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft auf 169 Unterziele geeignet. Gleichzeitig wurden 231 internationale SDG-Indikatoren festgelegt, die von der Inter-agency und Expert Group on SDG indicators auf UN-Ebene stetig weiterentwickelt werden.

So wird beispielsweise alle fünf Jahre das gesamte Indikatorenset komplett überarbeitet. Jedes Land ist selbst dafür verantwortlich, das eigene SDG-Monitoring aufzubauen und kann daher selbst entscheiden, welche der 231 Indikatoren für das Monitoring verwendet werden. Ebenso muss jedes Land die Erhebung der Daten eigenständig durchführen, weshalb es eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze für das Monitoring gibt.

Jedes Jahr laden die Vereinten Nationen (UN) Führungskräfte aus aller Welt zu einem Treffen in New York ein, das als "High Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF)" bekannt ist. Dort wird darüber gesprochen, wie weit die einzelnen Staaten mit den nachhaltigen Entwicklungszielen gekommen sind und was noch getan werden muss.

Das Department of Economic and Social Affairs (DESA) ist eine Abteilung der Vereinten Nationen. Sie hilft dabei, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung weltweit voranzubringen. Dafür sammelt DESA Wissen, erstellt Empfehlungen für Regierungen und unterstützt die Zusammenarbeit der UN-Mitgliedstaaten. Themen sind zum Beispiel Armutsbekämpfung, nachhaltige Entwicklung, Bevölkerungsentwicklung, soziale Teilhabe und Umweltpolitik.

Globale Umsetzung

Der Global Sustainable Development Report (GSDR) 2023 ist ein Bericht der Vereinten Nationen. Er zeigt, wie weit die Welt bei der nachhaltigen Entwicklung vorangekommen ist – und wo es noch große Probleme gibt. Der Bericht soll Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit informieren und Orientierung geben, wie die SDGs erreicht werden können.

2016 haben die UN-Mitgliedstaaten beschlossen, alle vier Jahre einen Bericht zum Stand der SDGs zu erstellen. Er soll den SDG-Gipfel in der UN-Generalversammlung informieren. Der Bericht wird von einer unabhängigen Gruppe aus 15 Expertinnen und Experten geschrieben, die vom UN-Generalsekretär berufen werden und unterschiedliche Fachrichtungen sowie eine ausgewogene regionale und geschlechtliche Vertretung abdecken. Der erste Bericht erschien 2019, der zweite 2023.

Kontext zur Halbzeit bis 2030

Zur Halbzeit bis 2030 liegen die SDGs deutlich hinter dem Plan. Von 36 im Bericht geprüften Zielvorgaben sind nur zwei auf Kurs, bei acht hat sich der Trend sogar verschlechtert. Schon vor der Pandemie ging es in Bereichen wie Klimaschutz, Biodiversität und Ungleichheit zu langsam voran – inzwischen gab es zusätzliche Rückschläge, etwa bei Armutsbekämpfung, Gleichstellung, Bildung und Hunger. Ohne eine schnelle Kurskorrektur drohen längere Phasen von Krisen und Unsicherheit, die Armut, Hunger, Krankheiten, Konflikte und Katastrophen weiter verschärfen.

Die Krisen, die den SDG-Fortschritt zurückgeworfen haben, hängen eng zusammen und verstärken sich gegenseitig. Dazu zählen die COVID-19-Pandemie, Konflikte in vielen Regionen (einschließlich des Kriegs in der Ukraine), die Lebenshaltungs- und Schuldenkrise sowie klimabedingte Katastrophen. Weil Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialsysteme miteinander verflochten sind, wirken sich solche Schocks gleichzeitig auf viele Ziele aus und verschärfen die Rückschritte. Genau diese Verflechtungen können aber auch Chancen bieten – etwa für integrierte Strategien, die mehrere Probleme zugleich angehen und systemische Risiken besser reduzieren.

Führungskräfte müssen nicht nur akute Krisen bewältigen, sondern auch mittel- und langfristige Trends im Blick behalten, die die SDGs stark beeinflussen. Dazu gehören Klimawandel, der Verlust von Natur und Biodiversität, demografische Veränderungen, Digitalisierung, wachsende Ungleichheit und gewaltsame Konflikte. Wer diese Themen konsequent angeht, schützt kurzfristige Fortschritte und stärkt die Widerstandsfähigkeit.

Das Bewusstsein für die SDGs wächst, und viele Akteure haben sich zu ihnen bekannt. Trotzdem schlagen sich diese Zusagen bisher zu selten in konkreten Maßnahmen nieder – oft fehlen dafür finanzielle Mittel. Ob die Ziele erreicht werden, hängt davon ab, dass Regierungen, Unternehmen und andere Akteure die SDGs in ihre wichtigsten Entscheidungen einbauen, Finanzierung stärker auf die SDGs ausrichten und klare Regeln für Transparenz und Rechenschaft schaffen.

Key Findings des 2023 GSDR

  1. Verknüpfung der Ziele:
    Die SDGs hängen eng zusammen und sollten deshalb ganzheitlich umgesetzt werden – auf Basis von Analysen, die zum jeweiligen Kontext passen. Entscheidungsträger können dafür auf immer mehr Studien, Daten zu internationalen Auswirkungen und Szenariomodelle zurückgreifen. So lassen sich Zielkonflikte besser erkennen und Synergien zwischen den SDGs – auch über Ländergrenzen hinweg – gezielt nutzen. Wichtig ist, dass wissenschaftliche Tools und Entscheidungsprozesse diese Zielkonflikte und Synergien realistisch abbilden, denn sie unterscheiden sich je nach Land, Gruppe und Zeitpunkt.

    Studien zu den SDG-Verknüpfungen zeigen: Sieben Ziele wirken besonders stark zusammen. Dazu gehören SDG 1 (Keine Armut), SDG 3 (Gesundheit), SDG 4 (Bildung), SDG 5 (Geschlechtergerechtigkeit), SDG 6 (Wasser und Sanitär), SDG 7 (Saubere Energie) und SDG 17 (Partnerschaften). Besonders groß sind die Synergien bei Frauen, jüngeren Menschen und ländlichen Bevölkerungsgruppen. Dort führt Fortschritt bei einem Ziel oft automatisch zu Verbesserungen bei anderen Zielen, weil Zielkonflikte weniger stark sind. Deshalb ist es wichtig, Barrieren für diese häufig benachteiligten Gruppen abzubauen, um diese Synergien besser zu nutzen.

    Zielkonflikte: Die gängigen Strategien zur Förderung der Ziele der SDGs 2 (Kein Hunger) und 8 (menschenwürdige Arbeit und wirtschaftliches Wachstum) bergen hohe Risiken von Zielkonflikten und untergraben den Fortschritt der SDGs in anderen Bereichen. Die Literatur zu den Verknüpfungen der SDGs zeigt, dass die SDGs 14 (Leben unter Wasser) und 15 (Leben an Land) am stärksten negativ von Fortschritten in anderen Bereichen betroffen zu sein scheinen. OECD- und EU-Länder haben im Durchschnitt die höchsten SDG-Erfolge, verhängen jedoch auch höhere Kosten für andere Länder, die in ihren nationalen Maßnahmen zum SDG-Fortschritt nicht internalisiert sind. Im Durchschnitt erzeugen einkommensstarke Länder negativere Spillovers zum Nachteil einkommensschwacher Länder.
  2. Neue Szenario-Studien zeigen: Gezielte Transformationsmaßnahmen können die Umsetzung der SDGs deutlich beschleunigen. Sie knüpfen an sechs „Einstiegspunkte“ an, die der Global Sustainable Development Report (GSDR) 2019 beschreibt: Wohlbefinden und Fähigkeiten, nachhaltige und gerechte Wirtschaft, Ernährungssysteme, Dekarbonisierung und Energiezugang, urbane Entwicklung sowie Schutz globaler Umweltgüter. Die Modellrechnungen machen auch klar: Ein „Weiter wie bisher“ reicht nicht aus, um die SDGs bis 2030 – und selbst bis 2050 – zu erreichen.
  3. Kapazitätsaufbau: Kapazitätsaufbau in allen Ländern ist essenziell, um entscheidende und transformative Maßnahmen an jedem Zugangspunkt zu fördern. Dieser Prozess sollte koordiniert erfolgen und andere Hebel wie Governance, Wirtschaft und Finanzen sowie individuelles und kollektives Handeln, Wissenschaft und Technologie unterstützen. Durch eine integrierte Herangehensweise können wir eine nachhaltige Entwicklung effektiv vorantreiben.

    Um diese Herausforderungen zu bewältigen, braucht es einen umfassenden und integrativen Ansatz zur Umsetzung der SDGs. Dafür müssen Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft enger zusammenarbeiten und Lösungen entwickeln, die sowohl lokale als auch globale Ziele berücksichtigen. Wichtig sind außerdem Innovation, technischer Austausch und mehr öffentliche und private Investitionen. Wenn nachhaltige Praktiken in Bereichen wie Landwirtschaft, Energie und Infrastruktur umgesetzt werden, kann das die SDG-Fortschritte beschleunigen, neue wirtschaftliche Chancen schaffen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Krisen stärken.
  4. Strategien zur Erreichung der SDGs sollten Hindernisse früh erkennen und gezielt abbauen. Gleichzeitig sollten sie Lösungen fördern, die zur jeweiligen Phase des Wandels passen: Start, Beschleunigung und Stabilisierung. Dafür braucht es die richtige Kombination von Hebeln und eine regelmäßige Anpassung der Maßnahmen.

    In der ersten Phase („Erscheinen“) geht es darum, neue Technologien, Praktiken und Initiativen zu testen und daraus zu lernen. In der zweiten Phase („Beschleunigung“) sollen erfolgreiche Lösungen schnell ausgebaut werden – unterstützt durch faire Übergänge, gemeinsames Handeln und passende Politik. In der dritten Phase („Stabilisierung“) wird der neue Zustand dauerhaft verankert, zum Beispiel durch Regeln, verändertes Verhalten und neue Infrastruktur.
  5. Nicht nachhaltige Praktiken müssen gezielt zurückgedrängt und schrittweise beendet werden. Das ist oft schwierig, weil Menschen und Branchen Widerstand leisten, wenn ihre Jobs, Einkommen oder gewohnten Abläufe davon abhängen. Deshalb braucht es faire Übergänge – zum Beispiel durch Unterstützung, Qualifizierung und Ausgleichsmaßnahmen. So lassen sich soziale Härten vermeiden und die Akzeptanz für Veränderungen stärken.

    Regierungen und Unternehmen können den geordneten Rückgang und die schrittweise Abschaffung nicht nachhaltiger Technologien und Praktiken unterstützen. Mögliche Nebenwirkungen wie Jobverluste oder der Einbruch ganzer Regionen lassen sich abfedern – etwa durch Entschädigungen, soziale Sicherheitsnetze, Umschulungen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Betroffene.

    Der Übergang zu nachhaltigen Strategien sollte sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Damit Lösungen wirklich wirken, muss Forschung verschiedene Fachrichtungen verbinden und unterschiedliche Perspektiven einbeziehen. Wichtig ist auch, Wissenschaft in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen stärker zu fördern. So entstehen mehr Lösungen, die zur jeweiligen Situation vor Ort passen.

Der Bericht zeigt, welche Fortschritte es bei den SDGs gibt – und wo große Lücken bleiben. Er macht deutlich, dass ein integrierter Ansatz nötig ist, weil die Ziele stark miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Unternehmen sollten ihre Strategien so ausrichten, dass sie nicht nur kurzfristig wirken, sondern langfristig nachhaltig sind. Dafür müssen sie Stakeholder wie Gemeinden und Lieferanten einbeziehen und stärker auf Innovation, Technologie und Zusammenarbeit setzen.

SDG Progress Report 2024

Der SDG Progress Report zeigt jedes Jahr, wie weit die Welt seit 2015 bei den Nachhaltigkeitszielen vorangekommen ist. Er basiert auf Beiträgen von über 50 internationalen und regionalen Organisationen. Die Daten folgen einem globalen Indikatorenrahmen, der von einer UN-Expertengruppe entwickelt und am 6. Juli 2017 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurde.

Die Fortschrittsbewertung für 2024 verdeutlicht, dass die Welt erheblich von den Zielen der Agenda 2030 abweicht. Laut den vorliegenden Daten zeigen lediglich 17 % der 135 Ziele mit Trendanalysen und zusätzlichen Einblicken von Aufsichtsbehörden den erwarteten Fortschritt auf, um bis 2030 erreicht zu werden. Beunruhigend ist, dass fast die Hälfte der Ziele (48 %) moderate bis erhebliche Abweichungen von der gewünschten Entwicklung aufweisen.

Während 30 % nur einen marginalen Fortschritt erzielen und 18 % einen moderaten Fortschritt verzeichnen, stagniert ein alarmierender Anteil von 18 %. Darüber hinaus sind 17 % der Ziele bereits unter das Ausgangsniveau von 2015 zurückgefallen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Dringlichkeit, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, um die weltweiten Nachhaltigkeitsziele noch zu erreichen.

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Stand der SDGs 2024

Die weltweiten Bemühungen, extreme Armut zu beenden, wurden durch die COVID-19-Pandemie und weitere große Krisen zwischen 2020 und 2022 stark zurückgeworfen. 2020 stieg die extreme Armut erstmals seit Jahrzehnten wieder an – das hat den Fortschritt um etwa drei Jahre zurückgesetzt. Die Erholung verlief sehr ungleich: Vor allem einkommensschwache Länder kommen deutlich langsamer voran. Angesichts der anhaltenden „Polykrise“ gilt es zunehmend als unrealistisch, extreme Armut bis 2030 zu beseitigen – besonders in Regionen, denen finanzielle Spielräume für Gegenmaßnahmen fehlen.

2022 litt weltweit fast jeder zehnte Mensch an Hunger. Gleichzeitig waren 2,4 Milliarden Menschen von moderater bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. In fast 60 % der Länder stiegen die Lebensmittelpreise stark – vor allem wegen Konflikten und gestörten Lieferketten.

Um „Null Hunger“ zu erreichen, müssen Ernährungssysteme nachhaltiger, widerstandsfähiger und gerechter werden. Außerdem braucht es schneller Fortschritte bei Ernährung, Gesundheit und Hygiene, damit die Zahl chronisch unterernährter Kinder bis zum SDG-Ziel halbiert werden kann.

Die weltweiten Gesundheitsziele kommen nur langsam voran. Seit 2015 stagniert der Fortschritt zum Beispiel bei der Müttersterblichkeit und beim Zugang zu medizinischer Versorgung. Besonders gefährdete Gruppen leiden stärker unter Ungleichheiten, die durch die Klimakrise noch zunehmen.

Um SDG 3 bis 2030 zu erreichen, braucht es deutlich mehr Investitionen und einen stärkeren Fokus auf Ungleichheiten und Umweltfaktoren. Außerdem sind schnelle Maßnahmen nötig, um besonders belastete Regionen und verletzliche Bevölkerungsgruppen besser zu schützen.

Der weltweite Fortschritt in der Bildung reicht nicht aus. 2019 erreichten nur 58 % der Kinder am Ende der Grundschule das Mindestniveau beim Lesen. In vielen Ländern sinken die Lernleistungen in der Sekundarstufe, und seit 2015 stagniert die Abschlussquote in der oberen Sekundarstufe. Besonders groß sind die Herausforderungen in Subsahara-Afrika: Es fehlen Lehrkräfte, die Klassen sind oft zu groß und es gibt zu wenig Aus- und Weiterbildung für Lehrpersonen. Um SDG 4 voranzubringen, müssen diese Probleme dringend priorisiert werden – denn Bildung beeinflusst die gesamte Agenda 2030.

Der Fortschritt bei der Geschlechtergleichstellung ist zu langsam – in manchen Bereichen geht es sogar rückwärts. Zwar nehmen Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung ab, aber nicht schnell genug, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Auch die Gleichstellung in Führung und öffentlichem Leben bleibt weit entfernt: In der aktuellen Geschwindigkeit würde Parität erst in etwa 176 Jahren erreicht. Viele Frauen haben weiterhin nicht die volle Kontrolle über ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit, und Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein großes Problem. Deshalb braucht es dringend Maßnahmen: schädliche soziale Normen müssen hinterfragt, diskriminierende Praktiken beendet und Gesetze reformiert werden. Gleichzeitig müssen Entscheidungen getroffen werden, die Frauen den Zugang zu Führungspositionen erleichtern und Gleichstellung konsequent priorisieren.

Bei SDG 6 (Wasser und Sanitärversorgung) ist keines der Ziele auf Kurs. 2022 hatten 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und 3,5 Milliarden verfügten nicht über angemessene sanitäre Einrichtungen. Zusätzlich verschärfen Dürren und Wasserknappheit die Lage: Zwischen 2002 und 2021 waren über 1,4 Milliarden Menschen von Dürre betroffen. 2022 erlebte fast die Hälfte der Weltbevölkerung schwere Wasserknappheit, und ein Viertel war extrem hohem Wasserstress ausgesetzt. Der Klimawandel verschlimmert diese Probleme und kann die soziale Stabilität gefährden. Auch bei grenzüberschreitenden Gewässern fehlt es oft an Zusammenarbeit: Weniger als 20 % der betroffenen Länder haben funktionierende Absprachen. Um SDG 6 wieder auf Kurs zu bringen, braucht es koordinierte Maßnahmen im integrierten Wassermanagement und eine bessere gemeinsame Bewirtschaftung von Wasserressourcen.

2022 ist der weltweite Zugang zu Strom erstmals wieder zurückgegangen – vor allem wegen der COVID-19-Pandemie und des Ukraine-Kriegs. Zwar gibt es Fortschritte bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien, aber in Entwicklungsländern fließt weiterhin zu wenig Geld in saubere Energie.

Wenn sich das Tempo nicht erhöht, werden 2030 noch 660 Millionen Menschen ohne Strom sein, und 1,8 Milliarden werden keinen Zugang zu sauberem Kochen haben. Um bis 2030 einen universellen Energiezugang zu erreichen, müssen Elektrifizierungsprogramme schneller umgesetzt, Investitionen in erneuerbare Energien deutlich gesteigert und Energieeffizienz sowie passende politische Rahmenbedingungen weiter ausgebaut werden.

Der Fortschritt bei SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) wird durch Krisen wie COVID-19, Handelskonflikte und geopolitische Spannungen gebremst. Zwar zeigen sich Arbeitsmärkte vielerorts noch relativ stabil, aber die Erholung verläuft sehr ungleich. Dadurch steigen Risiken für soziale Gerechtigkeit – zum Beispiel durch schwächeren Schutz von Arbeitsrechten und neue Verwundbarkeiten.

Der Bericht erwartet für 2024 eine schwierigere Lage: höhere Arbeitslosigkeit und stagnierendes Wachstum. Das kann die Einkommensungleichheit verstärken und faire Löhne für Frauen sowie gute Jobs für junge Menschen gefährden. Um SDG 8 voranzubringen, braucht es Politik, die Wachstum mit sozialer Gerechtigkeit und inklusiver Beschäftigung verbindet.

Seit 2022 stagniert der verarbeitende Sektor. Gründe sind geopolitische Unsicherheit, Inflation, Lieferprobleme und höhere Energiekosten. Gleichzeitig ist der Anteil der Beschäftigten in der Industrie weltweit gesunken.

Zwar wird die Produktion Schritt für Schritt weniger CO₂-intensiv, aber das Tempo reicht nicht aus, um die Ziele für 2030 zu erreichen. Um SDG 9 schneller voranzubringen, braucht es einen grünen und fairen Übergang, klare Prioritäten für strategische Branchen und Maßnahmen gegen Ungleichheiten – besonders bei Digitalisierung und Innovation.

In vielen Ländern steigen die Einkommen der ärmsten 40 % schneller als der Durchschnitt. Während der Pandemie haben finanzielle Hilfen diesen Trend unterstützt. Gleichzeitig hat sich in den letzten fünf Jahren die Kluft zwischen armen und reichen Ländern weiter vergrößert.

Diskriminierung betrifft weltweit etwa jeden sechsten Menschen – zum Beispiel wegen Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft. Auch Flucht und Migration nehmen zu: 2023 gab es weltweit 35,8 Millionen Flüchtlinge, und über 8.000 Migranten kamen ums Leben. Um Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern zu verringern, braucht es eine faire Verteilung von Ressourcen, Investitionen in Bildung und Kompetenzen sowie starke soziale Sicherungssysteme. Außerdem müssen Diskriminierung abgebaut, benachteiligte Gruppen gezielt unterstützt und internationale Zusammenarbeit für fairen Handel und gerechtere Finanzsysteme gestärkt werden.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten – und viele Städte stehen vor großen Herausforderungen. Die COVID-19-Pandemie hat die Armut in städtischen Gebieten verschärft und Probleme wie wachsende Slums, schlechten öffentlichen Nahverkehr und unkontrolliertes Stadtwachstum verstärkt.

Bis 2050 werden voraussichtlich fast 70 % der Menschen in Städten leben. Deshalb ist es wichtig, Infrastruktur zu stärken, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gute Mobilität sowie grundlegende Sozialdienste sicherzustellen. Nur so können Städte widerstandsfähig und nachhaltig werden – für alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Nicht nachhaltiger Konsum und eine nicht nachhaltige Produktion verschärfen die „dreifache Krise“ unseres Planeten: Klimawandel, Naturverlust und Verschmutzung. Der Materialverbrauch steigt weiter, gleichzeitig werden jeden Tag etwa eine Milliarde Mahlzeiten mit noch essbaren Lebensmitteln weggeworfen. Auch der Berg an Elektroschrott wächst schnell.

Trotz vieler internationaler Zusagen ist die öffentliche Finanzierung für fossile Brennstoffe seit 2015 deutlich gestiegen. Das bremst den Weg zu Netto-Null-Emissionen. Dabei bietet jede Stufe der Produktion Chancen: Ressourcen sparen, Emissionen senken, Innovationen fördern und stärker auf Kreislaufwirtschaft setzen.

Weltweit sind immer mehr Gemeinschaften von extremen Wetterereignissen betroffen. Diese gefährden Leben und Lebensgrundlagen.

Um die Erderwärmung auf höchstens 1,5 °C zu begrenzen und die schlimmsten Folgen zu verhindern, braucht es sofortiges Handeln. Dazu gehören deutlich weniger Treibhausgasemissionen schon in diesem Jahrzehnt und klare Ziele für Netto-Null bis 2050. Nur mit entschlossenem, gemeinsamem Handeln lässt sich eine nachhaltige Zukunft sichern.

Ozeane bedecken über 70 % der Erdoberfläche und sind für mehr als 3 Milliarden Menschen lebenswichtig. Sie liefern Nahrung und helfen, das Klima zu stabilisieren.

Doch die Meere stehen unter Druck: Fischbestände gehen zurück, Verschmutzung nimmt zu, die Ozeane versauern und Lebensräume werden zerstört. Das gefährdet marine Ökosysteme und die Existenz vieler Küstengemeinden. Um gegenzusteuern, braucht es schnelle Maßnahmen – etwa nachhaltige Fischerei, mehr Meeresschutz, weniger Verschmutzung und eine stärkere internationale Zusammenarbeit.

SDG 15 macht deutlich, wie wichtig Biodiversität für unser Leben ist. Doch Abholzung, Artensterben und zu wenig Schutz für wichtige Lebensräume setzen Ökosysteme stark unter Druck.

Angesichts von Klimawandel, Naturverlust, Verschmutzung sowie Land- und Bodendegradation müssen wir unsere Anstrengungen deutlich verstärken. Nur so können internationale Umweltziele und Verpflichtungen erreicht werden.

Der Weg zu globalem Frieden und Sicherheit ist schwieriger geworden. Weltweit gibt es inzwischen über 110 Millionen Menschen auf der Flucht – sie fliehen vor Verfolgung, Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Zwischen 2022 und 2023 stieg zudem die Zahl ziviler Opfer so stark wie seit der Verabschiedung der Agenda 2030 nicht mehr.

Diese Entwicklungen zeigen: Menschliche Sicherheit ist weiterhin stark bedroht. Um gegenzusteuern, muss Vertrauen wieder aufgebaut und internationale Friedensarbeit gestärkt werden, damit die weltweiten Forderungen nach Frieden besser gehört und umgesetzt werden.

Globale Partnerschaften sind entscheidend, um die SDGs zu erreichen – besonders bei Finanzierung, Technologie, Handel und Daten. Gleichzeitig zeigen die Trends ein gemischtes Bild: Es gibt Fortschritte, aber auch große Lücken, etwa bei Internetzugang und statistischen Systemen.

Für Entwicklungsländer fehlt jährlich rund 4 Billionen US-Dollar, um die SDGs umzusetzen. Hohe Schulden und begrenzte Online-Konnektivität machen die Lage noch schwieriger. Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen ist deshalb mehr internationale Zusammenarbeit dringend nötig.

So wird die Umsetzung in Deutschland gemessen

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) ist ein wichtiges Werkzeug der Bundesregierung für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in Deutschland. Sie wurde erstmals 2002 beschlossen und wird regelmäßig aktualisiert. Die Strategie setzt langfristige Ziele, legt konkrete Maßnahmen fest und verwendet Indikatoren, um den Fortschritt in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales zu bewerten. Die deutsche Nachhaltigkeiststrategie basiert auf dem Prinzip der Nachhaltigen Entwicklung. Das bedeutet, dass Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen berücksichtigt werden. Mehr über Nachhaltigkeit erfahren.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie hat das Ziel, eine Gesellschaft und Umwelt zu schaffen, in der es sich gut leben lässt und jeder fair behandelt wird. Zu den wichtigsten Aufgabenbereichen der Strategie gehören zum Beispiel der Schutz des Klimas, die Förderung von erneuerbaren Energien, die verantwortungsvolle Nutzung von natürlichen Ressourcen, die Bekämpfung von Armut, die Förderung von Bildung und Forschung sowie die Unterstützung sozialer Teilhabe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Strategie wurde von verschiedenen Ministerien der Bundesregierung entwickelt und soll politische Entscheidungen lenken. Sie dient auch Unternehmen, Organisationen und den Menschen als Orientierungshilfe.

Darüber hinaus hat sich die Bundesregierung im Kontext ihres Maßnahmenprogramms zur Nachhaltigkeit dazu verpflichtet, umweltbewusst zu agieren. Dazu wird in einem Monitoringbericht Rechenschaft über die Realisierung dieser Maßnahmen gegeben.

Damit nachhaltige Entwicklung zur Grundlage politischen Handelns wird, hat die Bundesregierung 2018 sechs Nachhaltigkeitsprinzipien festgelegt. Sie zeigen, was nachhaltige Politik ausmacht, und helfen dabei, Nachhaltigkeit in allen wichtigen Entscheidungen mitzudenken.

  1. Nachhaltige Entwicklung als Leitprinzip konsequent in allen Bereichen und bei allen Entscheidungen anwenden
  2. Global Verantwortung wahrnehmen
  3. Natürliche Lebensgrundlagen erhalten
  4. Nachhaltiges Wirtschaften stärken
  5. Sozialen Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft wahren und verbessern
  6. Bildung, Wissenschaft und Innovation als Treiber einer nachhaltigen Entwicklung nutzen

Die Strategie umfasst nun 75 Indikatoren und Ziele in 39 Bereichen, die den aktuellen Stand der nachhaltigen Entwicklung widerspiegeln und als Basis für zukünftiges Handeln dienen. Die überarbeitete DNS von 2017 orientiert sich an den 17 SDGs und international anerkannten Standards, wobei Themen berücksichtigt werden, die für die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland besonders relevant sind.

Für jedes SDG gibt es in Deutschland mindestens ein politisches Ziel mit passenden Indikatoren. Diese Ziele zeigen den wichtigsten Handlungsbedarf, ohne alle Details eines SDG vollständig abzudecken. Dafür nutzt die Bundesregierung „Schlüsselindikatoren“, die zentrale Themen und Maßnahmen eines SDG sichtbar machen und den Einstieg in umfangreichere Indikatorensysteme erleichtern. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Statistische Bundesamt einen Indikatorenbericht zum Fortschritt. Der Status wird dabei mit Wettersymbolen dargestellt.

Am 10. März 2021 wurde die Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. In diesem Rahmen analysierte das Statistische Bundesamt, wie viele der Regierungsziele für 2020 erreicht wurden – dies gelang in vier von zwölf Bereichen. Die Fortschrittsbilanz zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) zeigte, dass Deutschland bei 30 von 79 Schlüsselindikatoren auf Kurs ist, bei weiteren 29 Indikatoren positive, jedoch allzu langsame Entwicklungen aufweist. Dennoch gab es auch Rückschritte: Bei sieben Indikatoren, darunter die Reduktion von Stickstoffüberschüssen in der Landwirtschaft und CO2-Emissionen durch den privaten Konsum, war keine Verbesserung festzustellen.

Die stärkere Berücksichtigung von Transformationsbereichen in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) wurde angeregt. Diese Bereiche adressieren mehrere Ziele der Agenda 2030 und heben deren Wechselwirkungen hervor. Die Bundesregierung betrachtet Fortschritte in diesen Bereichen als besonders relevant für die Umsetzung der Agenda 2030.

Zu den Transformationsbereichen zählen:

  • Der Transformationsbereich Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit (SDGs 1, 3, 4, 5, 8, 9 und 10)
  • Der Transformationsbereich Energiewende und Klimaschutz (SDGs 7 und 13)
  • Der Transformationsbereich Kreislaufwirtschaft (SDGs 8, 9, 12)
  • Der Transformationsbereich Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende (Bezüge zu SDGs 7, 8, 9, 11, 12 und 13)
  • Der Transformationsbereich nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme (Bezüge zu SDGs 2, 3, 12 und 15)
  • Der Transformationsbereich schadstofffreie Umwelt adressiert neben allen die Ökologie betreffenden SDGs (6, 13, 14, 15) auch einige soziale Ziele (SDGs 3, 11) und wirkt sich mittelbar auf ökonomische Ziele aus (insbesondere SDG 8).

Damit die Nachhaltigkeitsstrategie gelingt, müssen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Unternehmen sollten ihre Geschäftsmodelle nachhaltiger ausrichten und Lösungen entwickeln, die Umwelt schützen und soziale Verantwortung stärken. Gleichzeitig können Verbraucherinnen und Verbraucher helfen, indem sie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen bevorzugen und so die Nachfrage erhöhen.

Bewusste Kaufentscheidungen können den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft spürbar unterstützen. Auch Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind wichtig, weil sie Wissen vermitteln und das Bewusstsein für Umwelt- und Sozialthemen stärken. Entscheidend ist ein gemeinsamer Ansatz: Wenn alle Akteure Verantwortung übernehmen, lassen sich Umweltziele besser erreichen – und langfristig eine gerechtere, lebenswertere Welt schaffen.

Wie Unternehmen die SDGs erfolgreich integrieren können

In der heutigen Geschäftswelt ist die Integration der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) nicht nur eine Option, sondern zunehmend eine Notwendigkeit. Unternehmen, die sich aktiv mit diesen Zielen auseinandersetzen, profitieren nicht nur von einem positiven Image, sondern stärken auch ihre Wettbewerbsfähigkeit und sichern langfristig ihren Erfolg. Doch wie gelingt es Unternehmen, die SDGs erfolgreich in ihre Strategien und Prozesse zu integrieren?

Zunächst ist es wichtig, dass Unternehmen ein klares Verständnis für die 17 SDGs entwickeln. Diese Ziele umfassen Bereiche wie Armutsbekämpfung, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichstellung und Maßnahmen zum Klimaschutz. Unternehmen müssen nicht alle Ziele berücksichtigen, sondern sollten gezielt jene identifizieren, bei denen sie den größten Einfluss ausüben können. Die SDGs bieten eine wertvolle Orientierung, jedoch ist es entscheidend, auch die 169 Unterziele zu betrachten. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollten sich auf wenige, relevante Ziele konzentrieren, um ihre Ressourcen effektiv einzusetzen. Eine gründliche Analyse der eigenen Geschäftspraktiken in Relation zu den SDGs ist hierbei unerlässlich.

Ein weiterer entscheidender Schritt ist die Einbeziehung aller Stakeholder. Dies reicht von den Mitarbeitenden über Lieferanten bis hin zu Kunden und Investoren. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit diesen Gruppen können Unternehmen wertvolle Einblicke gewinnen und gemeinsame Lösungen entwickeln, um die SDGs zu erreichen. Workshops oder Schulungen können ebenfalls helfen, das Bewusstsein der Mitarbeitenden für nachhaltige Praktiken zu fördern und deren Engagement zu stärken.

Konkrete und messbare Ziele sind entscheidend für die Umsetzung. Unternehmen sollten sich an den SMART-Kriterien orientieren: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden. So lässt sich der Fortschritt regelmäßig prüfen und bei Bedarf anpassen. Gleichzeitig werden Probleme früh sichtbar, sodass Unternehmen rechtzeitig gegensteuern können.

Ein wichtiger Punkt ist, Greenwashing zu vermeiden. Das passiert, wenn Unternehmen sich ein nachhaltiges Image geben, ohne echte Maßnahmen umzusetzen. Glaubwürdiges Engagement zeigt sich daran, dass positive Effekte entstehen und negative Auswirkungen deutlich sinken oder ganz vermieden werden. Nachhaltigkeit braucht konkrete Schritte und messbare Beiträge zu den SDGs – nur so entsteht ein echter Unterschied.

Darüber hinaus kann den Unternehmen der Einsatz moderner Technologien helfen, Daten effizienter zu erfassen und auszuwerten. Mit einer umfassenden Softwarelösung können Unternehmen beispielsweise ihre Fortschritte in Bezug auf die SDGs dokumentieren und transparent darstellen. Solche Tools unterstützen nicht nur bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, sondern tragen auch zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben bei.

Schließlich sollten Unternehmen darauf achten, ihre Erfolge anhand von Best Practices und Nischeninnovation kontinuierlich zu kommunizieren. Dies kann durch regelmäßige Berichte oder Veröffentlichungen geschehen, die nicht nur intern geteilt werden sollten, sondern auch gezielt an externe Partner und Stakeholder gerichtet sind. So können Firmen als Vorreiter in ihrem Sektor auftreten und andere inspirieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der erfolgreiche Integrationsprozess der SDGs in Unternehmen erfordert ein strategisches Vorgehen, das auf systematischem Lernen und kollektivem Engagement beruht. Mit einem klaren Plan und dem Willen zur Veränderung können Unternehmen nicht nur nachhaltige Werte schaffen, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur globalen Entwicklung der SDGs leisten.

Schritt für Schritt zum SDG Erfolg

Um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) effektiv für Ihr Unternehmen zu priorisieren, folgen Sie fünf Schritten:

Steht das Nachhaltigkeitsziel in direktem Zusammenhang mit Ihrem Geschäftsmodell? Es ist entscheidend, dass Ihre Nachhaltigkeitsstrategie nicht isoliert betrachtet wird, sondern eng verwoben ist mit den zentralen Zielen und Werten Ihres Unternehmens. Ein klarer Fokus auf Nachhaltigkeit kann nicht nur dazu beitragen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnen. Unternehmen, die SDGs erfolgreich in ihr Geschäftsmodell integrieren, steigern oft ihre Wettbewerbsfähigkeit und fördern Innovationen in ihren Produkten und Dienstleistungen.

Hat es Bedeutung für Ihre Region oder hat es Einfluss auf Ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten? Die lokale Relevanz von Nachhaltigkeitszielen darf nicht unterschätzt werden. Gesellschaftliche und umwelttechnische Herausforderungen sind häufig regional ausgeprägt und können die wichtigsten Stakeholder direkt betreffen. Eine gründliche Analyse Ihrer Wertschöpfungs- und Lieferketten zeigt auf, wie Ihr Unternehmen sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Gemeinschaft und Umwelt in der Region hat. Indem Sie sich aktiv mit diesen Fragen auseinandersetzen, können Sie nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern auch das Vertrauen Ihrer Kunden und Partner stärken.

Liegt das Ziel im Einflussbereich Ihres Unternehmens? Es ist wichtig, realistische Ziele zu setzen, die innerhalb des Handlungsrahmens Ihres Unternehmens liegen. Eine ehrgeizige Zielsetzung ist zwar notwendig, jedoch sollte sie auch umsetzbar sein. Überprüfen Sie dabei, welche Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen und inwieweit Ihr Unternehmen tatsächlich Einfluss auf die gewünschten Veränderungen nehmen kann. Nur so lässt sich sicherstellen, dass Ihre Nachhaltigkeitsziele greifbar sind und tatsächlich zu einem positiven Wandel führen – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch über dessen Grenzen hinaus.

Ein ganzheitlicher Ansatz beginnt mit einem genauen Blick auf die bestehenden Strukturen und Prozesse im Unternehmen. Dazu gehören die wichtigsten Stakeholder, klare Ziele und Indikatoren sowie ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit auf allen Ebenen. Schulungen und gute interne Kommunikation helfen dabei, Mitarbeitende mitzunehmen und zu motivieren, nachhaltige Praktiken aktiv umzusetzen.

Darüber hinaus spielt die Einbindung von Lieferanten und Partnern eine zentrale Rolle, um einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz zu gewährleisten. Ein effektives Lieferkettenmanagement kann dazu beitragen, ökologische Fußabdrücke zu minimieren und soziale Standards einzuhalten. Mit unserer Softwarelösung bieten wir Ihnen ein leistungsstarkes Tool, das Ihnen hilft, diese Ziele zu erreichen und gleichzeitig rechtlichen Vorgaben wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gerecht zu werden.

Ein zentraler Aspekt erfolgreicher Unternehmensführung in der heutigen Zeit ist die transparenten Kommunikation über Fortschritte in Bezug auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung. Der fünfte Schritt umfasst daher nicht nur die Erstattung von Berichten, sondern auch die strategische Kommunikation der erzielten Fortschritte an alle relevanten Stakeholder. Dies umfasst in erster Linie interne Anspruchsgruppen wie Mitarbeiter und Management, aber ebenso externe Gruppen wie Kunden, Lieferanten, Investoren und die breite Öffentlichkeit.

Regelmäßige Berichterstattung fördert das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Indem die Erfolge und Herausforderungen klar und ehrlicherweise benannt werden, schaffen Unternehmen eine Kultur der Verantwortlichkeit und Offenheit. Diese ist essenziell für den langfristigen Erfolg und die Akzeptanz von Nachhaltigkeitsinitiativen.

Die Kommunikation über Fortschritte sollte kein einmaliges Update sein, sondern ein laufender Prozess. Unternehmen sollten ihre Maßnahmen regelmäßig prüfen und die Ergebnisse sauber dokumentieren. KPIs helfen dabei, Erfolge messbar zu machen und verständlich darzustellen. So lassen sich sowohl Zahlen als auch qualitative Verbesserungen gut vermitteln.

Nachhaltigkeit auch in Ihrem Unternehmen umsetzen?

Wie Sie die CSRD Schritt für Schritt in Ihrem Unternehmen umsetzen können, haben wir in unserem ausführlichen Leitfaden für Sie zusammengefasst.

Leitfaden-CSRD konform umsetzen

Indem Sie diese fünf Schritte beachten, legen Sie den Grundstein für eine durchdachte und effektive Nachhaltigkeitsstrategie, die nicht nur Ihre Unternehmensziele unterstützt, sondern außerdem zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

Beispielsweise ist das SDG 14 „Leben unter Wasser“ häufig ein Bereich, der für viele Unternehmen weniger relevant erscheint, insbesondere für diejenigen, die in Branchen tätig sind, die keinen unmittelbaren Bezug zu maritimen Ressourcen oder Ozeanen haben. Ebenso kann SDG 15 „Leben an Land“ für Unternehmen, die primär urbane Dienste anbieten oder digital orientiert sind, als weniger direkt betroffen wahrgenommen werden. Auch SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ wird oft nicht im Kontext der Unternehmensstrategien betrachtet, da die direkte Verantwortung für die öffentliche Gesundheit meist nicht im Kerngeschäft von Unternehmen verankert ist.

Diese Zielvorgaben zeigen, dass nicht alle SDGs gleichwertig von Unternehmensaktivitäten beeinflusst werden - und das ist auch in Ordnung. Dennoch ist es entscheidend zu verstehen, dass nachhaltige Entwicklung alle Aspekte unserer Gesellschaft umfasst. Selbst wenn ein Unternehmen nicht unmittelbar mit bestimmten SDGs verbunden ist, kann es ihnen dennoch indirekt durch seine Geschäftspraktiken oder durch die Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und Ökosysteme Rechnung tragen.

Um geeignete SDGs auszuwählen, sollten Sie eine Wesentlichkeitsanalyse durchführen, die positive und negative Auswirkungen entlang Ihrer Wertschöpfungskette bewertet. Hilfreiche Ressourcen wie der SDG Compass können Ihnen dabei dienen, relevante Themen zu identifizieren und konkrete Maßnahmen sowie Indikatoren zur Erfolgsmessung abzuleiten.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bieten einen umfassenden Rahmen, den Unternehmen auf unterschiedliche Weise unterstützen können. Einige Ziele sind besonders relevant für viele KMU, darunter:

  • Ziel 5: Geschlechtergleichstellung – Förderung von Lohngerechtigkeit und Frauen in Führungspositionen.
  • Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – Wirtschaftswachstum und Wohlstand müssen von Umweltschäden entkoppelt werden, während zugleich faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewährleistet sind.
  • Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur – Technologischer Fortschritt und industrielle Entwicklung müssen Hand in Hand gehen mit einem klaren Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Durch nachhaltige Praktiken in der Industrie sowie durch kluge Infrastrukturplanung können wir eine zukunftsfähige Gesellschaft gestalten.
  • Ziel 10: Weniger Ungleichheit – Stärkung von Diversität, Inklusion und fairen Geschäftsbeziehungen.
  • Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion – Implementierung von Kreislaufwirtschaft und umweltfreundlichen Technologien.
  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz – Beitrag zur CO2-Reduktion durch alle Unternehmensbereiche.

Ziele, die insbesondere bestimmte Branchen betreffen:

Ziel 2 „Kein Hunger“ richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, Lebensmittelhandel und Finanzdienstleister, während Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ Unternehmen aus Chemie, Pharmazie sowie dem Gesundheitssektor einbezieht. Ziel 4 „Hochwertige Bildung“ betrifft Bildungsinstitutionen und Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten oder MINT-Bildung fördern. Ziel 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ ist für technologieorientierte Firmen in der Wasserwirtschaft sowie die Landwirtschaft von Bedeutung. Ziel 7 „Saubere Energie“ appelliert an die Energiewirtschaft und produzierende Unternehmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Ziel 9 „Infrastruktur, Industrie, Innovation“ umfasst alle Bereiche, die Ressourceneffizienz fördern. Im Hinblick auf Ziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ spielen vor allem Bau- und Mobilitätsindustrie eine zentrale Rolle in Bezug auf innovative Technologien. Ziel 14 „Leben unter Wasser“ spricht Fischereibetriebe und nachhaltige Technologien an, während Ziel 15 „Leben an Land“ besonders land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen mit nachhaltigen Lieferketten einbezieht.

Es gibt auch Ziele, die weniger direkt für Unternehmen relevant sind, wie wie 1 (Keine Armut), 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) sowie 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele), welche primär staatliche Entwicklungsarbeit erfordert.

Insgesamt liegt es an den Unternehmen, ihre jeweiligen Beiträge zur Erreichung dieser Ziele aktiv zu gestalten und damit eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten.

Praktische Anleitung: SDGs in den Alltag integrieren

Tipps für Unternehmen

Nachhaltige Geschäftspraktiken:

  • Ressourceneffizienz: Optimieren Sie den Einsatz von Wasser, Energie und Rohstoffen.
  • Abfallmanagement: Implementieren Sie Recycling- und Abfallreduktionsprogramme.
  • Faire Arbeitsbedingungen: Sorgen Sie für faire Löhne und sichere Arbeitsumgebungen.

Partnerschaften und Zusammenarbeit:

  • Kooperieren Sie mit NGOs und anderen Unternehmen zur Förderung der SDGs.
  • Fördern Sie lokale Gemeinschaftsprojekte.

Transparenz und Berichterstattung:

  • Berichten Sie regelmäßig über Ihre Fortschritte in Bezug auf die SDGs.
  • Nutzen Sie Zertifizierungen und Siegel, um Ihr Engagement zu zeigen.

Tipps für Privatpersonen

Nachhaltiger Konsum:

  • Kaufen Sie lokale und saisonale Produkte.
  • Vermeiden Sie Einwegplastik und setzen Sie auf wiederverwendbare Alternativen.

Engagement und Bildung:

  • Informieren Sie sich über die SDGs und deren Bedeutung.
  • Beteiligen Sie sich an lokalen Umwelt- und Sozialprojekten.

Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks:

  • Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß.
  • Reduzieren Sie Ihren Energieverbrauch zu Hause.

Fazit

Gemeinsame Verantwortung zur Verwirklichung der Sustainable Development Goals

Die Sustainable Development Goals sind ein umfassender Plan der Vereinten Nationen, um bis 2030 eine nachhaltige Welt zu schaffen. Trotz Fortschritten sind viele Ziele, besonders in den Bereichen Klimaschutz, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit, gefährdet, wie aktuelle Berichte zeigen. Die erfolgreiche Umsetzung erfordert ein gemeinsames Handeln von Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft. Unternehmen sollten ihre Geschäftsmodelle nachhaltig ausrichten, messbare Ziele setzen und transparent über Erfolge kommunizieren, um Greenwashing zu vermeiden und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Jeder Einzelne kann durch bewussten Konsum und Engagement zur Erreichung der SDGs beitragen.

FAQ

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind 17 globale Ziele der Vereinten Nationen, die bis 2030 eine nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Sie beinhalten soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte, wie die Bekämpfung von Armut und Hunger, den Klimaschutz sowie die Förderung von Bildung und Gleichstellung. Die Ziele richten sich an alle Länder weltweit und setzen auf Zusammenarbeit, um globale Herausforderungen zu bewältigen. Ihr Leitprinzip lautet: „Niemanden zurücklassen“.

Die Agenda 2030 ist ein globaler Aktionsplan der Vereinten Nationen (UN), der 2015 von allen Mitgliedstaaten verabschiedet wurde. Sie legt 17 SDGs fest, die bis 2030 eine nachhaltige Entwicklung fördern sollen. Die Agenda zielt darauf ab, Armut zu beenden, Ungleichheiten zu verringern, den Klimawandel zu bekämpfen und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Sie gilt für alle Länder gleichermaßen und betont die Verbindung von sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit.

Es gibt 17 Sustainable Development Goals, die globale Herausforderungen in den Bereichen soziale Gerechtigkeit, Umwelt und Wirtschaft adressieren. Sie zielen darauf ab, Armut zu bekämpfen, Hunger zu beenden, Gesundheit, Bildung und Gleichstellung zu fördern sowie den Zugang zu sauberem Wasser und Energie sicherzustellen. Zudem setzen sie auf den Schutz des Klimas, der Ozeane und der Ökosysteme an Land. Wirtschaftliches Wachstum, nachhaltige Städte und verantwortungsvoller Konsum sind ebenfalls zentrale Themen. Frieden, Gerechtigkeit und globale Partnerschaften spielen eine Schlüsselrolle, um die Ziele bis 2030 gemeinsam zu erreichen.

Die 17 Ziele wurden im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie sind Teil der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die von allen 193 Mitgliedstaaten der UN einstimmig angenommen wurde.

Die Sustainable Development Goals unterscheiden sich von den früheren Millennium-Entwicklungszielen (MDGs) vor allem in ihrem Umfang und ihrer Ausrichtung. Während die MDGs von 2000 bis 2015 mit 8 Zielen hauptsächlich auf die Bekämpfung von Armut und Krankheiten in Entwicklungsländern fokussiert waren, gelten die SDGs seit 2015 universell für alle Länder. Sie decken zusätzlich ökologische und wirtschaftliche Themen wie Klimaschutz, nachhaltige Städte und verantwortungsvollen Konsum ab. Die SDGs verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbindet und so die globale Verantwortung aller betont.

Die Ziele sind für alle Länder relevant, weil sie globale Herausforderungen angehen möchten, die jedes Land betreffen. Themen wie Klimawandel, Umweltzerstörung, soziale Ungleichheit und nachhaltiges Wirtschaften machen nicht an Landesgrenzen halt. Auch in Deutschland gibt es Handlungsbedarf, etwa bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen, der Förderung nachhaltigen Konsums oder der Bekämpfung von Armut und Ungleichheiten.

Da alle Länder sowohl Verursacher als auch Betroffene globaler Probleme sind, liegt eine gemeinsame Verantwortung darin, die SDGs zu erreichen und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Deutschland trägt dabei nicht nur durch nationale Maßnahmen bei, sondern unterstützt auch andere Länder durch Partnerschaften und Entwicklungszusammenarbeit.

Die Fortschritte bei der Umsetzung werden durch ein globales Überwachungssystem der UN gemessen und überwacht. Jedes Ziel ist mit einer Reihe von Indikatoren verknüpft – insgesamt gibt es 232 globale Indikatoren, die den Fortschritt quantifizierbar machen. Diese Indikatoren werden regelmäßig von nationalen Statistikinstituten erhoben und an die UN gemeldet.

In Deutschland erstellen Regierungen regelmäßig Berichte zur Umsetzung der Ziele. Dazu gehören Nachhaltigkeitsstrategien und Fortschrittsberichte, die den Stand der Zielerreichung dokumentieren. International koordiniert die UN-Statistikkommission die Datenerhebung, während der jährliche Bericht und das High-Level Political Forum (HLPF) den globalen Fortschritt überprüfen und Herausforderungen identifizieren. So entsteht ein transparentes Bild darüber, wie weit die Weltgemeinschaft bei der Erreichung vorangekommen ist.

Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen und gleichzeitig soziale sowie ökologische Verantwortung tragen. Durch die Integration nachhaltiger Praktiken in ihre Geschäftsmodelle können Unternehmen Innovationen fördern, Ressourcen effizient nutzen und soziale Gerechtigkeit unterstützen. Dies umfasst Maßnahmen wie die Reduzierung von CO₂-Emissionen, die Förderung fairer Arbeitsbedingungen und die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Zudem können Unternehmen durch Partnerschaften und Kooperationen mit anderen Akteuren die Umsetzung der SDGs vorantreiben und somit zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung beitragen.

Einzelpersonen können durch bewusste Entscheidungen und Handlungen beitragen. Dies umfasst umweltfreundliche Praktiken wie Energiesparen, Mülltrennung und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Der bewusste Konsum nachhaltiger und fair gehandelter Produkte unterstützt verantwortungsvolle Produktionsweisen und fördert soziale Gerechtigkeit. Zudem können sich Einzelpersonen engagieren, indem sie lokale Initiativen unterstützen, sich ehrenamtlich betätigen oder Bildungsangebote wahrnehmen, um das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Durch diese individuellen Beiträge wird der kollektive Fortschritt in Richtung der globalen Nachhaltigkeitsziele gefördert.

Der Klimaschutz ist ein zentrales Anliegen insbesondere von SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz. Dieses Ziel fordert dringende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen. Darüber hinaus stehen weitere Ziele in engem Zusammenhang mit dem Klimaschutz:

  1. SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie: Fördert den Zugang zu nachhaltiger Energie, was entscheidend für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist.
  2. SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion: Zielt auf verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster ab, die den Ressourcenverbrauch minimieren und somit den Klimawandel mildern.
  3. SDG 14: Leben unter Wasser und SDG 15: Leben an Land: Betonen den Schutz von Meeres- und Landökosystemen, die als Kohlenstoffsenken fungieren und somit zur Regulierung des Klimas beitragen.

Die Agenda 2030 fördert die globale Zusammenarbeit zur Erreichung der Ziele, indem sie Partnerschaften zwischen Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft stärkt. Insbesondere SDG 17 zielt darauf ab, die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zu intensivieren, um die Umsetzung zu unterstützen. Durch die Betonung gemeinsamer Verantwortung und kollektiven Handelns schafft die Agenda 2030 einen Rahmen für koordinierte Maßnahmen und den Austausch bewährter Praktiken weltweit. Dies ermöglicht es, Synergien zu nutzen und effektive Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.

Die Umsetzung steht weltweit vor großen Herausforderungen. Viele Länder, insbesondere Entwicklungsländer, verfügen nicht über ausreichende finanzielle Mittel zur Umsetzung der Ziele. Zudem erschweren Zielkonflikte und fehlende politische Kohärenz die Integration der SDGs in nationale Strategien. Eine enge globale Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen und NGOs sowie zuverlässige Daten und Monitoring-Systeme sind notwendig, fehlen jedoch in vielen Ländern. Um die Ziele bis 2030 zu erreichen, sind umfassende Reformen und gemeinsame Anstrengungen auf globaler Ebene erforderlich.

In Deutschland gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen zur Umsetzung der Sustainable Development Goals. Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit machen nachhaltige Lebensweisen sichtbar und fördern Engagement in der Bevölkerung. Das SDG-Portal unterstützt Kommunen dabei, Fortschritte und Praxisbeispiele zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu erfassen. Initiativen wie die SDG 12-Datenbank dokumentieren Aktivitäten für nachhaltigen Konsum und Produktion, während der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Mikroprojekte zur Umsetzung der 17 Ziele fördert. Diese Maßnahmen verdeutlichen das umfassende Engagement von Politik, Zivilgesellschaft und Kommunen in Deutschland für die Agenda 2030.

Sie werden durch ein globales System von Indikatoren gemessen, das von den Vereinten Nationen entwickelt wurde. Für die 17 Ziele gibt es insgesamt 232 globale Indikatoren, die konkrete Daten liefern, um den Fortschritt zu überwachen. Diese Indikatoren werden regelmäßig von den nationalen Statistikinstitutionen der Mitgliedstaaten erhoben und an die UN berichtet.

Neben den globalen Indikatoren setzen Länder, wie z.B. Deutschland, eigene nationale Indikatoren, die an spezifische Gegebenheiten angepasst sind. Fortschritte werden in regelmäßigen Berichten auf nationaler und internationaler Ebene dokumentiert, wie dem SDG-Fortschrittsbericht der UN und nationalen Nachhaltigkeitsberichten. Zudem helfen digitale Plattformen und Monitoring-Tools, Daten zu visualisieren und den Stand der Zielerreichung transparent zu machen.

Die Ziele dienen als globaler Rahmen für nachhaltige Entwicklung und beeinflussen politische Entscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene. National integrieren Regierungen die Ziele in ihre Strategien, um Themen wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit zu adressieren. International fördern sie die Zusammenarbeit zwischen Ländern, Organisationen und Unternehmen, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen. Foren wie das High-Level Political Forum (HLPF) stärken Transparenz und den Austausch von Fortschritten.

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